Leitbild

Vorwort

Die Gebrüder-Grimm-Schule ist eine öffentliche Schule des Landes Baden- Württemberg.gebaeudefruehling
Schulträger ist die Stadt Heilbronn.
In der Gebrüder-Grimm-Schule finden Eltern des Stadt- und Landkreises Heilbronn verschiedene Angebote für Kinder mit einer sprachlich-kommunikativen Störung.
Die Angebote sind abgestimmt auf Art und Schwere der sprachlichen Verzögerung, der sprachlichen Auffälligkeit oder der sprachlichen Störung.
Hierzu wird ein differenziertes System von Hilfen angeboten:

  • Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche
  • Frühbetreuung in Kleingruppen und  Einzelbetreuung
  • Zusammenarbeit mit anderen Schulen im Rahmen der Kooperation
  • Kooperation mit anderen Einrichtungen
  • Schulkindergarten für Sprachbehinderte
  • Schule für Sprachbehinderte

Die Gebrüder-Grimm-Schule fördert Kinder und Jugendliche, die einen erweiterten sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich der Sprache haben. Dieser umfasst die verschiedenen Ebenen der Kommunikation und spezifische Lernprozesse zur Entwicklung sprachtragender Basisfunktionen in Hinblick auf die Laut- und Schriftsprache. Sprachlichen Beeinträchtigungen in der hörbaren und geschriebenen Sprache soll entgegen gewirkt werden  und Auswirkungen auf andere Lern- und Entwicklungsbereiche verhindert oder minimiert werden. In Inhalten und Themen richtet sich der Unterricht an der Gebrüder-Grimm-Schule an den Bildungsplänen der allgemeinen Schule aus. Der größte Teil der Kinder und Jugendlichen besucht die Schule für Sprachbehinderte nur während eines Teils der Schulzeit. Übergänge in die allgemeinen Schulen sind während der gesamten Schulzeit vorgesehen und werden von Seiten der Schule angestrebt.
Aus diesem sonderpädagogischen Auftrag leiten sich unsere Handlungs- und Vorgehensweisen ab.  
Ziel unserer Bemühungen ist die Gestaltung eines Lebens- und Förderraums für das sprachbehinderte Kind.
Dies erfordert:

  • Unterstützung sprachbehinderter Kinder und Jugendlicher auf Grundlage der Bildungspläne allgemeiner Schulen
  • Fachlichkeit und pädagogische Zielorientierung
  • Vertrauensvolle und intensive Zusammenarbeit aller am Erziehungs- und Entwicklungsprozess beteiligten Personen
  • Arbeiten und Wirken im Team
  • Kooperation mit anderen Institutionen

1. Unterstützung sprachbehinderter Kinder und Jugendlicher
Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht das sprachbehinderte Kind, welches im gesamten Lern- und Sozialverhalten, sowie in seiner psychischen Entwicklung und in der Motorik umfassend sonderpädagogisch gefördert wird.
In einem kontinuierlichen Prozess von Diagnostik, Förderung und Sprachtherapie werden die Bedürfnisse und Potenziale der Kinder wahrgenommen, beschrieben und für sprachtherapeutisches Handeln genutzt.
Alle sprachtherapeutischen Maßnahmen und der Unterricht sind geprägt durch menschliche Zuwendung. Basis ist die Gestaltung einer vertrauensvollen Atmosphäre in gegenseitiger Achtung.
Wir nehmen die Kinder und Jugendlichen in ihrer gesamten Persönlichkeit an.
Das langfristige Ziel dabei ist es, dem sprachbehinderten Kind die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.
Auf dieser Grundlage betreuen und fördern wir die Kinder und Jugendlichen in unterschiedlichen sonderpädagogischen Handlungs- und Organisationsformen:

    • Beratung und Unterstützung der Eltern
    • Frühbetreuung sprachbehinderter Kinder in Einzel- und Gruppentherapie
    • kooperative Maßnahmen mit allgemeinen Schulen, Kindertagesstätten und sonstigen Fachdiensten
    • integrative Einheit von Unterricht und sprachheilpädagogischer Förderung
    • sprachheilpädagogische Individual- oder Kleingruppentherapie.

2. Professionalität und pädagogische Orientierung
Die Professionalität trägt entscheidend dazu bei, dass das gemeinsame Arbeiten zu einem für alle Beteiligten befriedigenden Ergebnis führt. Wir gestalten die gemeinsame Arbeit mit den Kindern und Eltern so, dass die angestrebten Ziele kindgemäß geplant und die dafür notwendigen Maßnahmen pädagogisch sinnvoll durchgeführt werden.
Professionalität und pädagogische Orientierung werden bestimmt durch:

      • einen speziell auf die individuellen Bedürfnisse sprachbehinderter Kinder adaptierten Unterricht
      • ein aktives Einbeziehen der Kinder und Jugendlichen bei der Planung und Verwirklichung von sonderpädagogischer Sprachförderung und -therapie
      • Analyse, Dokumentation und Reflexion des individuellen Lern- und Entwicklungsprozesses
      • eine vertrauensvolle, offene Schulatmosphäre, mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche zur gewaltfreien Lösung von Konflikten zu erziehen
      • die Bereitschaft zur regelmäßigen Fort- und Weiterbildung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ausdrücklich unterstützt wird
      • den Erwerb besonderer Qualifikationen durch einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Teilbereichen therapeutischen Handelns
      • Einbeziehen, Information und Anleitung der Eltern
      • einen intensiven Austausch aller am therapeutischen Prozess Beteiligten
      • ein ergänzendes qualifiziertes Betreuungsangebot außerhalb des Unterrichts zur Förderung der Gesamtpersönlichkeit der Schülerinnen und Schüler
      • Unterstützung und Begleitung beim Übergang in die allgemeine Schule.
      •  
        3. Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrerinnen und Lehrern
        Im Sinne einer Erziehungspartnerschaft pflegen die Schule und das Elternhaus eine vertrauensvolle Zusammenarbeit als wesentliche Voraussetzung für ein Gelingen des Erziehungs- und Bildungsauftrags zum Wohle der Schülerinnen und Schüler. Dabei gehen Eltern und Lehrerinnen und Lehrer auf die besondere Situation des sprachbehinderten Kindes ein und sind für die Förderung gemeinsam verantwortlich. Ein regelmäßiger, gegenseitiger  und frühzeitiger Austausch über das Befinden und die  Entwicklungsfortschritte des Kindes ist hierfür erforderlich. Auch bei unterschiedlicher Sichtweise von Lehrer/innen und Eltern bleibt die bestmögliche Förderung des Kindes gemeinsames Ziel.

        Die Schule ist offen für die Mitarbeit durch die Eltern und bietet ihnen dazu Gestaltungsräume (z.B. in Klassenpflegschaft, Elternbeirat, Schulkonferenz, Förderverein), Informationen, Anleitung und Begleitung an. Wir streben eine dauerhafte Verankerung der Mitarbeit von Eltern für eine lebendige Schule an. Dazu bietet die Schule einerseits regelmäßige Eltern-Informationsabende zu Fragen des Spracherwerbs und der allgemeinen Erziehung an. Andererseits bringen Eltern ihre Kompetenzen in einmaligen, regelmäßigen oder projektorientierten Angeboten ins Schulleben ein.

        4. Arbeiten und Wirken im Team
        Die Professionalität trägt entscheidend dazu bei, dass das gemeinsame Arbeiten zu einem für alle Beteiligten befriedigenden Ergebnis führt. Wir gestalten die gemeinsame Arbeit mit den Kindern Im Rahmen unserer Ganztagesschule arbeiten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in gleicher Wichtigkeit und Bedeutung an der Betreuung und Förderung der Kinder mit – sei es in pädagogischer Hinsicht, in der Verwaltung,Technik und Hauswirtschaft oder in der Schulleitung. Arbeiten im Team bedeutet für uns Aufgaben gemeinsam, kompromissbereit, partnerschaftlich und einvernehmlich zu lösen – bei größtmöglicher Eigenverantwortung und Selbständigkeit.
        Geleitet werden wir von folgenden Teamgedanken:

          • Empathie und Wertschätzung
          • aktives Zuhören
          • transparente Organisationsstrukturen (in Konferenzen, Besprechungen, Rundschreiben und durch die Schulzeitung „GrimmFo“)
          • Anerkennung individueller Fähigkeiten und Leistungen
          • Fortbildungsbereitschaft
          • familienfreundliche Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten, unter Berücksichtigung und Beachtung pädagogischer Notwendigkeiten 

        5. Kooperation mit anderen Institutionen
        Innerhalb des sonderpädagogischen Förderkonzeptes im Schulamtsbezirk Heilbronn ist es unser Ziel als Sprachheilschule eine offene, faire und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Einrichtungen zu praktizieren.
        Dazu gehören z.B.:

            • die Stadt Heilbronn als Schulträger
            • die Untere Schulaufsichtsbehörde des Stadt- und Landkreises Heilbronn
            • die allgemeinen Schulen und vorschulischen Einrichtungen des Stadt- und Landkreises Heilbronn
            • soziale Dienste des Stadt- und Landkreises Heilbronn (Jugendamt, Erziehungsberatungsstelle, usw.)
            • andere Sonderschulen und sonderpädagogische Dienste
            • Logopäden/innen und Sprachtherapeut/innen
            • Ergotherapeut/innen, Heilpädagoge/innen u.a.
            • niedergelassene Ärzte (Kinderärzte, HNO-Ärzte und Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie)
            • stationäre Einrichtungen (SLK Kinderklinik, Kinderzentrum Maulbronn, Klinikum Am Weissenhof,  SPZ etc.)
            • Stadttheater Heilbronn
            • Stadtbibliothek Heilbronn
            • Vereine
            • Kulturelle Partnerschaften (z. B. Autorenlesungen, freie Theater)
            • die Presse

        u.v.a.

        Schlussbemerkung

        Wir, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, haben dieses Leitbild für die Gebrüder-Grimm-Schule nach ausführlichen Diskussionen gemeinsam erstellt und beschlossen. Es ist auf unsere aktuelle Situation zugeschnitten. Wie wir auch unsere tägliche Arbeit immer wieder kritisch reflektieren, so muss auch dieses Leitbild immer wieder überprüft und weiterentwickelt werden.

         

        Heilbronn, den 18. Mai 2009

        Gesamtlehrerkonferenz

        Schulkonferenz

        Elternbeirat